Berichte

Dummy A, Gut Appenborn, Rabenau 21.05.2025

Das sollte wohl so sein…Eigentlich wollten wir bereits im April die Dummy A Prüfung absolvieren, hatten aber keinen Platz bekommen. Dafür klappte es dann am 21.05.25 auf dem wunderschönen Gelände des Hofgutes Appenborn in Rabenau bei Richterin Betty Schwieren. Dr. Ulrike Peper hatte alles wunderbar organisiert und meinte, sie würde Betty immer sehr gerne als Richterin einladen. Als Betty dann eine kleine Einführungsrede hielt und mitteilte, sie habe heute zwei Richteranwärterinnen dabei, hatte ich zunächst ein mulmiges Gefühl, weil ich befürchtete, dass dann besonders genau und streng gerichtet würde. Aber bereits in der ersten Aufgabe, der Suche, die von Sybille Wasmuth gerichtet wurde, verflogen meine Bedenken. Sybille war sehr freundlich und ruhig und durchaus in der Lage, mir die erste Nervosität zu nehmen. Mein kleiner Labradorrüde Blue arbeitete zügig und sicher drei Dummies aus der Suche, erste Aufgabe geschafft. Danach ging es dann zur Markierung, die auf einer großen Wiese mit mittelhohem Bewuchs gearbeitet wurde. Hier richtete uns Jara Rützel, die ebenso eine beruhigende Wirkung auf mich ausstrahlte, mich ansah, lächelte und fragte, ob ich bereit sei. Es war nicht ganz einfach für die Hunde, denn der Wind hatte zugenommen. Blue hatte nicht auf den Punkt markiert ich musste ihn einmal zurückpfeifen, er kam sofort zurück, bekam Wind und brachte die Markierung stolz zurück. Der Appel folgte daraufhin auf derselben Wiese oberhalb, Walk up, Schuss und Markierung, wieder Walk up und Schicken, hier wurde die Markierung in den Schatten geworfen, Blue hatte gut aufgepasst, blieb trotzdem wunderbar ruhig am Bein und holte das Memory Mark fast punktgenau. Dann fehlte nur noch der Wasserapport. Dieser fand an einem kleinen Weiher statt. Der Einstieg für die Hunde war sehr moderat, der Schütze stand am linken Ufer im Schatten. Schuss fiel, Markierung folgte, Blue ging zielstrebig ins Wasser, packte das Dummy, warf noch einen kurzen Blick hinüber zum Schützen, das kannte er noch nicht, kam dann aber zügig zurück und gab mir das Dummy in die Hand, nicht geschüttelt…Die Richteranwärterin Jara Rützel lächelte mich wieder freundlich an und sagte „Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung“. Blue merkte wohl meine Freude und Erleichterung und meinte sich bei Jara bedanken zu müssen, indem er an ihr hochsprang. Gott sei Dank war die Prüfung bereits beendet und der Hund angeleint. Als alle Teilnehmer durch waren, war klar, dass alle bestanden hatten, was wirklich toll war. Nun hieß es warten. Wir fuhren gegen 17 Uhr dann ins Suchenlokal und tauschten uns entspannt und müde bei Getränken und Essen aus. Fehlte nur noch die Siegerehrung. Ulrike verlas die Platzierungen und teilte die Urkunden aus. Als unser Name als letztes verlesen wurden, konnte ich es zunächst gar nicht glauben, Blue und ich belegten den 1. Platz mit einem „V“ und 80/80 Punkten, Hammer. Was für ein toller Tag. Überglücklich traten wir die Heimreise an und freuen uns nun auf die weiteren gemeinsamen Abenteuer, sei es bei der Dummyarbeit oder bei der Jagd.

Dorothee Buchner


Tollingprüfung (Dummy) bronzenes Leistungszeichen und Tollingprüfung bronzenes Leistungszeichen (jagdl.) am 05.04.2025

TP/ Toller DUMMY – Bronze am 05.04.2025 im Revier Möttau:
Vermutlich gehört es zum Prüfungs-feeling dazu, quasi mitten in der Nacht aufzustehen, einen leicht irritierten Hund zur Morgenrunde zu überreden und sich dann mit Sack und Pack ins Auto zu setzen. So fing auch unser Samstag an. Ziel war das Forsthaus Möttau in Weilmünster zur Tollingprüfung mit Dummys (und Wild), die um ein Haar mangels Beteiligung nicht stattgefunden hätte. Am Treffpunkt gab es frischen Kaffee und wohltuende Ruhe für aufgeregte Nerven, die Formalitäten waren fix erledigt. Sobald alle vier Teilnehmer der Dummy-Gruppe eingetrudelt waren (ein Team musste leider verletzungsbedingt kurzfristig absagen), spazierten wir nach der Begrüßung mit den Richtern und zwei Richter-Anwärter) ins Prüfungsgebiet noch ohne die Hunde.
Vor Ort wurden die Aufgaben genau erklärt, wir konnten Fragen stellen und erfuhren dabei auch, worauf besonders Wert gelegt wird.
Bei bestem Wetter galt es schließlich folgendes zu bewältigen:
• Anschleichen entlang der Uferkante eines Sees mit mind. zwei Pausen bis zu einer Sichtblende;
• dort drei Tollingsequenzen mit 10, 8 und 12 Apportel-Würfen (wir nutzen meist den Lieblings-Plastikball und Tennisbälle) zu beiden Seiten; die Dauer der Pausen zwischen den Sequenzen bestimmte der Richter;
• Absetzen des Hundes rechts neben der Blende (auf dieser Seite wegen des freieren Blicks auf das Wasser), der Zweibeiner bleibt in Deckung; nach einem Schrotschuss hinter uns kündigte das bekannte Lockgeräusch das Werfen des Dummy an, mit dessen Auftreffen auf’s Wasser durfte der Hund geschickt werden zum Apport;
• anschließend kurzer Walk über 20-30m mit dem angeleinten Hund an den Rand des Suchengebietes, in dem drei Dummys ausgelegt worden waren (einer davon mit einer Schleppspur). Wie viele davon gefunden werden müssen, entscheidet der Richter, bei uns waren es zwei.
• ganz zum Schluss der Vormittags-Runde wurde für alle (auch die „Wild Gruppe, die nach der Mittagspause startete) die Schussfestigkeit der Hunde überprüft.
Beim Anschleichen hätten wir uns mehr Zeit lassen sollen, für das Tolling hat Simba viel Lob bekommen und deshalb auch den Sonderpreis abgeräumt: durch meine mäßigen Wurfkünste flogen die Bälle zwar mehrfach kreuz und quer, die Böschung hinter uns runter und einmal sogar ins Wasser in Ufernähe, was sicherlich Kraft gekostet hat. Simba flitzte aber unermüdlich wie eine Rakete hinterher, war in den Pausen völlig ruhig und beim Schuss steady.
Ohne zu zögern schwamm er los, um zu meinem Schrecken etwa bei der Hälfte umzudrehen und zurückzukommen. Der Blickkontakt zum Richter überließ mir die Entscheidung, also durchatmen, Hund wieder an die Blende setzen und mit „voran“ erneut losschicken. Als er nach ungefähr derselben Distanz wieder Anstalten machte, den Apport abzubrechen, geriet ich dann doch in Panik, um im genau richtigen Moment den richterlichen Rat zu hören: “Nicht negativ denken“. Mit verbaler Motivation konnte ich Simba pushen, er nahm wieder Kurs auf’s Schilf, entdeckte die Beute, schnappte sie sich und lieferte in die Hand ab. Ehrlich gesagt war das – ganz abgesehen vom Ergebnis – der schönste Teil der Prüfung: die Erfahrung, dass mein Hund mir vertraut, sich von mir über die Distanz lenken lässt, selbst wenn es schwierig wird. In der Verlorensuche musste Simba ziemlich kämpfen, hatte ganz zu Anfang mit der ansteigenden Böschung neben dem kleinen Bach am Rande des Gebiets die richtige Idee, wurde aber lange nicht fündig. Da ich das Objekt der Begierde schließlich vor ihm entdeckt hatte, durfte ich ihm (nach Rücksprache mit dem Prüfer) mit dem Suchenpfiff helfen, was direkt zum Erfolg führte. Das 2. Dummy holte er schließlich aus dem Schilf, ein drittes wurde nicht gefordert. Während der Suche machte sich die Erschöpfung bei ihm bemerkbar, er ging wenig in die Distanz, blieb ziemlich in meiner Nähe und fragte oft nach. Mit insgesamt 192 Punkten und dem Sonderpreis für das beste Tolling bin ich am Ende wahnsinnig stolz auf meinen Fuchs.
Vielen, vielen Dank an Isabell Klemm, die als Sonderleiterin schon im Vorfeld per Mail bestens informiert und vor Ort zusammen mit ihrem Mann Roland wirklich eine Wohlfühl-Atmosphäre geschaffen hatte mit Wild-Bratwürstchen (da wurde ausnahmsweise sogar die Vegetarierin schwach), Kuchen und Getränken. Danke auch an die Prüfer Günter Walkemeyer, René Afflerbach und Edmund Sagawe: durch die ausführliche Rückmeldung zu allen Prüfungsteilen lernt man wirklich eine Menge, der faire und wohlwollende Blick auf die Mensch-Hund-Teams macht Mut für weitere Herausforderungen.
Da ich Simba nicht jagdlich führe, eröffnet die Tolling-Prüfung Dummy uns spannende Perspektiven innerhalb Deutschlands. Ich hoffe sehr, dass diese Möglichkeit der Arbeit in Zukunft jede Menge weitere Interessenten findet!

Birgit Schumacher mit Simba (Flevoland’s Freek the High Spirits Toller)

Tollingprüfung Bronze am 05.04.2025

Auch wenn es sich um eine Anlagenprüfung mit entsprechender Altersbegrenzung von 30 Monaten handelt, fährt man gut, dem Hund die einzelnen Fächer des Tollings in der Prüfungsvorbereitung nahe zu bringen. Die Grundpfeiler wie Wildaufnahme, Wasserannahme und die Fußarbeit stimmten, wie sich Birdy mit einem Jahr und 10 Monaten in Prüfsituationen verhalten würde, sollte eine Überraschung sein. Unser Tag begann um 6 Uhr auf der Autobahn Richtung Weilmünster und endete 0 Uhr wieder Zuhause in Berlin. Der Tag war lang und meine Aufregung groß – kann sie das schon leisten? – aber Birdy hing ganz abgeklärt in der Wartezone ab und gab mir für den Start ein richtig gutes Gefühl. Die Anlagenprüfung beginnt mit einer möglichst ruhigen Fußarbeit zum Wasser hinter die Blende, wobei sich der Hund, der schon in froher Erwartung auf das Tolling und Wassermark ist, am Menschen orientieren soll. Als Birdy und ich als letzte Starter des Tages mit dem Schleichen begannen, hörten wir von den umliegenden Weihern ein deutliches Entenschnattern. Ich wunderte mich noch, dass in der Tollingprüfung nun mit Lockrufen gearbeitet wird, bis ich realisierte, dass es sich wirklich um Enten handelte. Birdy spitzte die Ohren und ich befürchtete, dass sie das Tolling einmal von hinten nach vorn aufrollen würde. Birdy ist zwar eine sehr gehorsame Hündin, vergisst das aber genau dann, wenn lebende Vögel und vor allem Wasservögel in der Nähe sind – wohl meine Schuld, immerhin habe ich sie Birdy genannt… Ich habe das Tolling in der Theorie mit Birdys Opa schon häufiger üben und zumindest in der nachgestellten Praxis auch einige Male beobachten können, fragte mich aber trotzdem immer, ob das in der Realität funktioniert. Doch als wir starteten, war das für mich wie ein magischer Moment. Birdy machte sich ganz klein und schlich so neben mir, als würde sie wissen, dass wir jetzt möglichst unauffällig ans Wasser kommen müssen, um gemeinsam Beute zu machen. Wenn ich mich hinhockte, legt sie sich sofort hin und wartete aufmerksam und still, bis ich weiterging, Schritt für Schritt, still und konzentriert. Hinter der Blende angekommen, erledigte sie das Tolling souverän und schnell, auch wenn sie einmal im Wasser landete, weil ich den Ball leider unpassend warf – sorry Birdy, dieser Punktabzug geht auf meine Kappe! Die Tollingpausen verbrachte sie ganz ruhig und bereit für die nächste Sequenz. Nach insgesamt 30 Würfen durfte der Hund für das Wassermark neben der Blende platziert werden. Nach dem Schrotschuss, gefolgt von einem Lockruf, wurde die Ente vom gegenüberliegenden Ufer aus ins Wasser geworfen und landete recht dicht an diesem Ufer. Nach Freigabe sprang Birdy mit einem riesigen Hechtsprung ins Wasser, nahm die Ente auf und brachte diese durch das Wasser bis in die Hand zurück. In der anschließenden Suche hat sie mich ganz schön zappeln lassen und erst recht spät mit etwas Hilfe gefunden. Vielleicht war sie als letzte Starterin durch die Spuren im Gebiet verwirrt. Sie hat aber im großen Radius brav gesucht, nicht aufgegeben und schließlich beide gefundenen Enten schön zugetragen. Daran können wir noch arbeiten. Damit bestand Birdy im ersten Preis mit insgesamt 216 Punkten. Ich war sehr stolz auf meine Norwegerin. Auch die anderen beiden Teams konnten sehr zufrieden mit sich sein, so ging das beste Tolling des Tages mit fantastischen 11 Punkten an unsere Mitstarterin Netti und auch Tayo konnte mit einer tollen Punktzahl bestehen. Es war sehr schön, die Toller in ihrer Paradedisziplin arbeiten zu sehen und hat mir wieder verdeutlicht, woher die gewünschten Rasseeigenschaften des Tollers stammen und wodurch diese auch in Zukunft erhalten bleiben. Danke auch an das Richterteam und die tolle Sonderleitung, die vor Ort die Versorgung mit Grillzeug und Kuchen für alle sicherstellten.


Wesenstest am 5./6.4.2025 in Uckersdorf

Bericht von Kevin Parma und Woody:

Samstagmorgen, 5. April 2025. Ich wache auf und schaue auf den Wecker – vier Uhr. Viel zu früh, dabei hatte ich ihn doch erst auf fünf Uhr gestellt. Die ganze Woche hatte ich mich innerlich schon aufgeregt, wie früh es losgeht – aber gut, selbst gewähltes Schicksal. Ich drehe mich noch einmal um, finde aber keinen richtigen Schlaf mehr. Die Aufregung ist einfach zu groß.

Um Punkt fünf Uhr stehe ich schließlich auf und mache mich fertig. Hoffentlich habe ich auch wirklich alles eingepackt. Ich hatte extra noch einmal bei Andrea nachgefragt, was ich alles mitbringen muss. Zum Glück hatte sie mir eine so freundliche E-Mail geschrieben – das hat mich tatsächlich ein wenig beruhigt. Aber als frischgebackener Hundebesitzer ohne jegliche DRC-Prüfungserfahrung ist selbst ein Wesenstest ein Abenteuer. Man kann die Prüfungsordnung zehnmal lesen und sich bei erfahrenen Leuten informieren – die Nervosität bleibt. Was ja auch zeigt, wie wichtig einem das Ganze ist.

Nach einer kurzen Morgenrunde mit Woody, um ihn nochmal lösen zu lassen, überprüfe ich, ob wirklich alles im Auto ist – und dann geht’s los Richtung Herborn, genauer gesagt nach Uckersdorf. Je näher wir kommen, desto stärker macht sich die Aufregung wieder bemerkbar. Dank der guten Wegbeschreibung – und der hilfreichen „Beschilderung“ vor Ort – finden wir die letzten Meter auch problemlos, obwohl Google Maps an dieser Stelle kläglich versagt.

Pünktlich um 7:30 Uhr kommen wir an – sogar mit 15 Minuten Puffer. Das erste Auto, das ich sehe, kommt mir direkt bekannt vor. Und tatsächlich taucht ein vertrautes Gesicht aus der Junghundegruppe bei der BZG auf – sehr beruhigend. Nach und nach treffen auch die anderen Teilnehmenden ein, ebenso wie Richter Stefan Sauer und die Vorsitzende der BZG 2, Ulrike Peper.

Dann beginnt die Anmeldung. Ich lege Woodys Impfpass, den Nachweis der Haftpflichtversicherung und seinen Stammbaum vor und bekomme im Gegenzug meine Startnummer – die 1. Natürlich. Der ahnungslose Neuling darf also gleich als Erster ran – aber gut, dann hat man es wenigstens schnell hinter sich.

Nach der Verteilung der Startnummern begrüßen uns die Sonderleiterinnen Andrea Häußler und Susanne Vorländer-Schmidt mit ein paar einleitenden Worten zum Ablauf. Danach übernimmt Richter Stefan Sauer das Wort. Er stellt sich vor, erzählt, wie er Richter geworden ist, und erklärt ausführlich und verständlich den gesamten Prüfungsablauf. Er nimmt sich viel Zeit für unsere Fragen, was mir als Neuling wirklich geholfen hat.

Anschließend schnappen wir uns gemeinsam das Material für den Parcours und bauen ihn auf – haptische, akustische und optische Reize, alles dreifach. Man weiß also einigermaßen, was einen erwartet. Jeder hilft mit, wer nicht mit dem eigenen Hund im Parcours läuft, unterstützt bei den Geräuschen.

Kurz parke ich noch einmal um und dann geht’s los. Wir treten vor Richter Stefan Sauer, ich beantworte die Fragen, Woodys Chip wird ausgelesen und er ist wirklich der, der er sein soll – der erste Teil ist geschafft.

Danach darf Woody in den Freilauf. Wie erwartet saust der schwarze Labbi voller Energie übers Gelände. Dann kommt die Begegnung mit der Gruppe. Klappt ganz okay – Woody ist nur mäßig interessiert, dafür ist die Umgebung einfach zu spannend. Die Einzelbegrüßung läuft etwas stürmisch ab, aber das war abzusehen. Dass er den Helfer umwirft, war dann doch überraschend…

Weiter geht’s zum Spielen – unsere kleine Schwäche. Aber auch hier gibt Richter Sauer hilfreiche Tipps, die ich für die Zukunft mitnehmen werde. Beim Apportieren der Dummys zeigt Woody dagegen, was er kann – das klappt reibungslos. Danach geht’s in den eigentlichen Parcours. Woody ist auch hier stürmisch unterwegs und ich muss ihn ein wenig bremsen, damit er die verschiedenen Reize auch wirklich wahrnimmt. Währenddessen gibt der Richter bereits kleine Hinweise und Erklärungen – vieles davon wäre mir ohne seine Hinweise gar nicht aufgefallen.

Und dann die letzte Aufgabe: das Schießen. Wir laufen gemeinsam los in Richtung Schützin – und Woody zeigt, ganz retrievertypisch, keinerlei Schreckhaftigkeit. Im Gegenteil: Jeder Schuss wirkt für ihn wie eine Einladung. Er saust los und muss zurückgerufen werden – typisch Woody. Aber geschafft ist geschafft. Richter Sauer verkündet: „Bestanden“.

Applaus. Erleichterung. Freude.

Für Woody gibt es erstmal Wasser und ein bisschen Nervennahrung, die Andrea für alle Hunde bereitgestellt hat. Danach darf er sich im Auto ausruhen – das hat er sich wirklich verdient. Ich hole mir mein Frühstück und genieße es in der Sonne. Der nächste Hund ist bereits in der Prüfung und ich kann ganz entspannt zuschauen.

Wir hatten wahnsinnig Glück mit dem Wetter und eine tolle Gruppe. Das Helfen hat Spaß gemacht und beim Beobachten habe sogar ich als Laie spannende Dinge erkannt. Außerdem bot sich immer wieder Gelegenheit, mit anderen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen – man lernt wirklich viel, vor allem über die Dummyarbeit und die Szene drumherum.

Trotz der perfekten Organisation von Andrea und Susanne – samt funktionierender Technik mitten im Nirgendwo – ist ein Wesenstest eben ein Live-Event. Das bedeutet: Es kann auch mal etwas länger dauern. Gegen halb eins sind wir fertig. Zufällig treffen wir noch auf die Nachmittagsgruppe – lustigerweise wird dort ein Hund aus dem gleichen Kennel wie Woody geprüft.

Zum Abschluss gibt es noch ein gemeinsames Foto und Richter Stefan Sauer verteilt die Beurteilungsbögen und gibt jedem ein paar Worte mit auf den Weg. Das Fazit: Alle haben bestanden – und fahren glücklich und zufrieden nach Hause.

Ein rundum gelungener Tag.

Kevin Parma mit Woody



Working Test Lahntal Trophy

Bericht Fortgeschrittene Klasse:


Der Wecker klingelt – 04:30 Uhr – heute dürfen wir beim Workingtest „Lahntal Trophy“ in Solms in der Fortgeschrittenenklasse starten. Vorfreude und Dankbarkeit, weil ich mit Leif unserer Leidenschaft nachgehen darf und wir einen Startplatz bekommen konnten, aber auch Nervosität und Anspannung, weil immer ein Restrisiko bleibt, dass unvorhersehbare Dinge an einem solchen Tag passieren, machen sich in mir breit. Aber so ist das, wenn man im Team zusammenarbeitet und das ist auch gut so. Wie sagte Dieter Lange so schön: „Glück ist die Akzeptanz dessen, was ist“. Demzufolge bin ich stets einfach sehr dankbar für Leif und alle Erfahrungen, die wir gemeinsam auf unserer Reise sammeln dürfen, egal was auch passiert.
Nach einer schönen Spazierrunde zu dritt bei Sonnenaufgang, gemeinsam mit meinem Mann Marc, der uns immer unterstützt, kommen wir frühzeitig in Solms an und werden bei unserer Anmeldung sehr herzlich von dem lieben Sonderleitungs- und Veranstaltungsteam Sybille Wasmuth mit ihrer Tochter Emma Steinbach begrüßt.
Nachdem wir auch durch unser Richterteam für den Tag, bestehend aus Eveline Schlösser, Eva Berg und Gabi Elfers, sehr nett willkommen geheißen wurden, ging es dann weiter in das wiesenreiche, leicht hügelige und waldige Gelände. Wir durften uns bei traumhaftem Sonnenschein drei schön gestellten Doppelaufgaben stellen und hatten viel Freude mit neuen, aber auch bekannten Gesichtern in den Wartezonen und an der Hütte. Wir konnten alle Dummys „retten“ und haben wieder Einiges gelernt und für uns mitgenommen. Auf dem Rückweg aus dem Gelände hatte ich schon ein ganz gutes Gefühl, war sehr zufrieden mit uns beiden, glücklich über unsere schöne Zusammenarbeit, für die ich über den Tag auch sehr nettes Feedback von Richtern, Helfern und Zuschauern bekommen hatte. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich jedoch überhaupt nicht gedacht, wie gut der Tag tatsächlich für uns gelaufen sein sollte.
In einer liebevoll organisierten und familiären Atmosphäre, die sich durch den ganzen Tag zog, haben wir in netter Runde eine schöne Mittagspause verbracht. Danke an Biggi und Klaus Linnemann, wir verbringen immer so gerne die Zeit mit euch. Rund um die Hütte waren Bänke und Tische zum Verweilen aufgestellt, sogar für das leibliche Wohl war gesorgt, denn es wurden leckere Würstchen gegrillt und es gab selbst gebackenen Kuchen. An dieser Stelle ein großes Danke an die lieben Männer hinterm Grill und an diejenigen, die extra noch Kuchen gebacken haben!
Dann folgte die Siegerehrung und die Spannung stieg, denn es gab ein Stechen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, um welchen Platz es geht und dachte, dass das wohl der erste Platz sein muss. Im Anschluss wurden all diejenigen, die bestanden haben, namentlich mit ihren Hunden erwähnt, was ich eine sehr schöne Geste fand. Unser Name kam und kam aber nicht, dann ging es bereits um die Platzierung, als dann klar wurde, dass um den dritten Platz gestochen wurde. Es folgte der zweite Platz, dieser ging an Nicole Lixfeld mir ihrem Archie, für die ich mich auch sehr gefreut habe, aber sollten wir dann tatsächlich den ersten Platz belegt haben? Bis zum Schluss wollte ichs gar nicht glauben und dann wurde es tatsächlich wahr:
Wir belegten den 1. Platz mit 114 von 120 Punkten und einem „vorzüglich“!
Ich war so perplex und gerührt, dass ich fast noch vergessen hätte, den lieben Richterinnen die Hand zu schütteln. Ein Marmeladenglas-Moment, den ich im Herzen tragen werde. Damit geht für mich als Ersthundeführerin ein kleiner Traum in Erfüllung, wofür ich sehr dankbar bin.
Was ich bis hierhin lernen durfte: Es ist ein Weg, den man zusammen beschreitet und Zusammenwachsen braucht Zeit. Jeder geht seinen Weg und es kommt überhaupt nicht darauf an, in welchem Tempo. Wichtig ist, dass man ihn gemeinsam geht, als Team! Ich bin dankbar für Leif und unseren Weg, für all das, was wir durch ihn und mit ihm erleben dürfen.
Ich danke von Herzen allen lieben Menschen, die uns auf unserem Weg unterstützen und begleiten und freue mich riesig für alle unsere Mitstreiter. Ein besonderer Dank geht natürlich an meinen lieben Mann, ohne ihn wäre das alles nicht möglich sowie an meine Familie, die mich immer unterstützt. Zudem an Harald und Michaela Mager, für euer Vertrauen in uns von Anfang an, ohne eigene Hundevorerfahrung und eure ehrliche Freude für jeden unserer Erfolge, an Nicole Kopp und Ilona Schumacher, mit denen ich die Dummy Leidenschaft seit Tag 1 teile und last but not least natürlich an unsere Trainer Andreas Stünkel, der uns von Beginn an begleitet sowie Kristina Räder, bei der wir ebenfalls sehr viel Wertvolles lernen durften.
Ein großes „Danke“ möchte ich natürlich auch ausdrücklich noch an die Reviergeber sowie an die lieben Organisatoren Sybille Wasmuth und Emma Steinbach richten. Ohne Reviergeber wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich und ihr, liebe Sybille und liebe Emma, habt eine familiäre und sehr herzliche Atmosphäre geschaffen, wart überall gleichzeitig präsent, habt sogar selbst noch Fotos geschossen und hattet sehr liebe Worte für uns übrig, die mich weiter begleiten werden. Danke! Wir haben uns sehr wohl bei euch gefühlt.

Sabrina Wochnik mit Lillebror Fellow for Life (Leif)


Gruppenbild vom Neujahrstreff mit Winterwanderung 2025: